Gesundheit ist eines der höchsten menschlichen Güter

Kantonsspital Olten
Kantonsspital Olten

Gesundheit ist eines der höchsten menschlichen Güter. Dazu gehören Grundversorgung und spezialisierte Medizin. Diese können nur angeboten werden, wenn es Spitäler und praktizierende Ärztinnen und Ärzte gibt. Zu wenig davon gibt es in der Grundversorgung. Der Entscheid, einen bestimmten Beruf auszuwählen, sollte eigentlich nach Vorlieben gefällt werden. Viele junge Ärztinnen und Ärzte sehen jedoch bessere Perspektiven in der Spezialmedizin. Das hat auch etwas mit den grossen Unterschieden in der Verdienstsituation zu tun. Wer will es Ihnen übel nehmen? Aus einer Versorgungsperspektive ist es jedoch unabdingbar, dass die Tarife so angepasst werden, dass die störenden grossen Unterschiede verschwinden. Daneben sind verschiedene Massnahmen zur Attraktivierung der Hausarztmedizin zu ergreifen. Im Kanton Solothurn sind während meiner Regierungszeit beispielsweise Praktikamöglichkeiten geschaffen worden und es wurde gesetzlich die Möglichkeit geschaffen, dass die öffentliche Hand Praxen in Gebieten, in denen die Versorgung schwierig zu gewährleisten ist, mitfinanzieren kann. Gemeinschaftspraxen sind nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern.

Für eine qualitativ hochstehende Medizin sind wir auch bereit etwas zu bezahlen. Die Kosten sind in den letzten Jahrzehnten allerdings stark angewachsen und belasten die Budgets zu stark. Bei Wenigverdienenden ist eine Obergrenze zu setzen. Die Prämienentlastungsinitiative der SP Schweiz, die die Belastung auf maximal 10% des Haushaltsbudgets fixieren will, halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müssen auch die Akteurinnen und Akteure etwas beitragen. Im Kanton Solothurn sind während meiner Amtszeit zwei Standorte (Psychiatrische Klinik Fridau und Höhenklinik Allerheiligenberg) geschlossen worden. Der Standort Grenchen wurde als ambulante Klinik umgenutzt. Gleichzeitig sind Investitionen in die Neubauten Olten und Solothurn getätigt worden. Spital AG und Politik haben umsichtig ihre Möglichkeiten genutzt, um einerseits das Angebot zu verbessern, aber andererseits auch hin zu einem moderateren Kostenwachstum zu steuern. Das Wachstum im stationären Bereich ist im Kanton Solothurn am Sinken begriffen. Das ist nicht zuletzt die Auswirkung einer langfristigen Strategie, die auf Planung (zusammen mit den Nachbarkantonen AG,BL und BS) und Steuerung eines qualitativ guten Angebots beruht. Kostenwettbewerb darf dabei sein, aber zu viel Wettbewerb mit zu vielen Anbieterinnen und Anbietern bläht im Angebotsmarkt der Gesundheitsdienstleistungen die Budgets von Krankenkassen und öffentlicher Hand auf. Starke Prämienanstiege sind die ungewollte Folge. Wichtig ist dabei, dass die jederzeitige rasche Erreichbarkeit bei Notfällen durch Rettungsdienste innerhalb von 15-20 Minuten gewährleistet ist.

Die meisten Menschen wollen heute selbstbestimmt möglichst lange zuhause bleiben. Es ist absehbar, dass die Nachfrage nach Spitexdienstleistungen weiter zunehmen wird. Die Tarife hiefür sind auf Bundesebene teilweise seit mehr als 10 Jahren „eingefroren, mit der Folge, dass die finanziellen Belastungen für Patientinnen und Patienten zunehmen. Eine Lösung dieser Problematik zwischen Bund, Kantonen und Organisationen ist zwingend.

Ein oft vernachlässigter Bereich ist die Gesundheitsprävention. Offen gesagt, geniesse ich selbst gerne gutes Essen und ein Glas Wein, ohne dabei rot zu werden. Gesund bleiben heisst, auch was für die Fitness oder für eine gesunde Ernährung zu tun. Die besten Erfolge ergeben Präventionsprogramme bei Kindern oder Jugendlichen, die die öffentliche Hand durchaus fördern sollte. Suchtproblematiken wie Alkohol und Tabak sollen durchaus auch bei Erwachsenen präventiv angegangen werden, auch wenn viele in diesen Programmes zu Unrecht etwas Missionarisches vermuten. Der Erfolg von Präventionsprogrammen kann oft nicht direkt finanziell gemessen werden, aber es ist erwiesen, dass sie langfristig der Gesellschaft nützen.