Ein "PPP-Projekt"

Ansprache an der Jubiläumsfeier 25 Jahre Herzstiftung Olten

Meine Kollegin Regierungsrätin Esther Gassler hat Ihnen am 7. Oktober 2016 folgendes Schreiben zukommen lassen: Vielen Dank für die Einladung zur Jubiläumsfeier. Da ich an diesem Abend anderweitig engagiert bin, ist es mir leider nicht möglich, daran teilzunehmen. Ich bitte Sie, mich zu entschuldigen. Es freut mich, dass mein Kollege, Herr Regierungsrat Peter Gomm, Vorsteher des Departementes des Innern, Ihrer Feier beiwohnen wird. Damit will ich erstens sagen, dass meine Kollegin gerne gekommen wäre. Zweitens hat die Regierung entschieden, anstelle von ihr den Gesundheitsdirektor zu delegieren. Sie haben jetzt also mich. Ich hoffe, das hat bei niemandem einen Herznotfall ausgelöst. Das wäre mir gar nicht recht.
Meine Aufgabe ist es, Ihnen auch im Namen der Regierung herzlich zum Jubiläum zu gratulieren. Das tue ich sehr gerne. Kanton und Herzstiftung können auf eine jahrelange gute Zusammenarbeit zurückblicken. Reibungslos ist das allerdings nicht immer gegangen. Ich kann mich erinnern, dass es am Anfang der Zusammenarbeit mit der Gebäudeversicherung und den Feuerwehren im Rahmen des Herznotfall-Projektes zu einem regen Briefwechsel gekommen ist. In den Briefen sind zwar einige Nettigkeiten ausgetauscht worden. Trotzdem würde ich rückblickend nicht von Liebesbriefen sprechen. Es hat zuerst ernsthafte Annäherungsversuche gebraucht, bis sich beide Seiten über dieses Projekt verbunden haben. Das ist meiner Meinung nach aber nichts Besonderes, wenn Pioniere aufeinandertreffen. Im Übrigen gibt es im Volksmund in Herzensangelegenheiten auch einen Spruch, der den Vorgang womöglich zutreffend beschreibt: Er lautet: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, bevor Pumpe sich zu Pumpe findet.“
Man hat sich dann gefunden. Die Pompiers, die Polizei, die Politik, alle drei mit der Stiftung. Namentlich ein PPP-Projekt in Reinkultur, um auch das noch erwähnt zu haben. Die Verbindung hat bis heute gehalten. Sie steht auch kurz davor, inhaltlich erneuert zu werden. Zusammen mit freiwilligen Lebensretterinnen und Lebensrettern aus der Region, der kantonalen Alarmzentrale und dem Rettungsdienst der Solothurner Spitäler AG werden zur Zeit Neuerungen geprüft, die aus unserer Sicht das Herznotfall-Projekt nochmals verbessern und helfen, die Überlebenschancen zu erhöhen. In der Praxis sind organisatorische Neuerungen auf Stufe Alarmierung bereits umgesetzt worden. Nicht alle Mitglieder der Feuerwehren hatten Freude daran, vor allem die, die besonders engagiert sind und ihre Ausbildung weiterhin unbedingt an den Mann respektive an die Frau bringen wollen. Wie immer braucht es Aufklärung, um die Veränderungen auch für die Leute an der Front verständlich zu machen und niemanden zu enttäuschen, der bereit ist, sich zu engagieren. Die Unterstützung des Kantons ist Ihnen bei der Bekanntmachung sicher. Polizei und Alarmzentrale, aber auch das Feuerwehrinspektorat, sind bereits mitten in der Arbeit.
Parallel dazu läuft auch das von der Herzstiftung mitaufgebaute Präventionszentrum am Kantonsspital Olten gut. Der Prävention soll und muss vom Kanton der notwendige Stellenwert nachhaltig eingeräumt werden.
Die Regierung wünscht Ihnen auch für die Zukunft herzlich alles Gute.