Gipfel

Rede an der Aufrichtefeier des Bürgerspitals Solothurn

Das Baudepartement ist dafür bekannt, dass es gerne feiert. Darum wird jeweils etappenweise gefeiert. Beim Spatenstich, bei der Aufrichte und bei der Fertigstellung. Beim Spatenstich, weil noch viel Geld da ist, bei der Aufrichte, weil immer noch Geld vorhanden ist, und bei der Fertigstellung und Übergabe, weil alles Geld ausgegeben worden ist. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit und wäre auch etwas ungerecht. Erstens: weil, -wer die Bauleute kennt, weiss, dass sie es kaum erwarten können, zu bauen; dass sie zurecht stolz darauf sind, wenn sie auf dem Gipfel angelangt sind; und erschöpft, aber glücklich, wenn sie das gelungene Bauwerk dann seiner Bestimmung übergeben können. Da ist viel Herzblut dabei. Das soll man auch zeigen können. Heute bekommen wir fröhliche Kunde davon, dass der Gipfel erreicht worden ist. - Und zweitenswäre es ungerecht, weil das, was innerhalb des Neubaus später stattfinden wird, zum Wohl der Bevölkerung zwar sehr sinnvollund sehr wichtig, aber auch nicht ganz günstig sein wird. Der Gesundheitsdirektor ist ja im Moment etwas aussen vor. Der Bau wird in Zusammenarbeit zwischen Baudepartement und der Solothurner Spitäler AG abgewickelt. Ich werde mich deshalb hüten, irgendetwas zum Bau selbst zu sagen. Ich verrate Euch immerhin aberein Geheimnis. Ich hatte mir vorgenommen, mein Amt als Regierungsrat 12 Jahre lang auszuüben, - wenn nichts dazwischenkommt, - und vorzugsweise auf dem Gipfel abzutreten. Im Baufahrplan für das Bürgerspital habe ich dann gesehen, dass die Gipfelfeier für Juni 2017 vorgesehen ist. Ich habe darum schon früh gewusst, dass das Ende naht und es keinen Sinn macht, sich das noch anders zu überlegen. Ich danke dem Baudepartement deshalb ausdrücklich nicht nur dafür, dass es dieses Projekt unerbittlich vorantreibt, sondern es auch noch mit meiner persönlichen Planung koordiniert hat. Möglicherweisesind auch noch ein paar andere froh, dassder Terminplan eingehalten worden ist. Aber die müssen es ja heute nicht auch noch sagen. Ich bin aber auch sehr glücklich darüber, dass das dann fertiggestellte Spital in die Hände einer, - meiner,kompetenten und engagierten Nachfolgerin übergeben werden wird. Allerdings wird sie das Gebäude nur kurz behalten können.Sie wird keine Möglichkeit haben, übermütig zu werden. Es wird mit der Fertigstellung sofortauf die Solothurner Spitäler AG überschrieben werden. Das hat das Kantonsparlament auf Antrag des Regierungsrates im letzten Jahr in weiser Voraussicht beschlossen, um die soH zu stärken. Der Neubau des Bürgerspitals ist eines der ehrgeizigsten und wichtigsten Projekte, die der Kanton zusammen mit der Solothurner Spitäler AG in Angriff genommen hat. Das zeigt sich nicht nur am Kreditbetrag, an der heutigen namhaften Präsenz, sondern auch daran, dass fast alle kantonsrätlichen Kommissionen laufend über den Baufortschritt informiert werden wollen. Ich nehme an, dass nebst der ordentlichen Aufsichtstätigkeit auch eine gesunde Portion Neugier dabei ist, - und Freude, etwas dazu beigetragen zu haben. Was die Regierung aber auch immer wieder feststellt: Wenn etwas in der Kantonshauptstadt geschieht, dann funktioniert der Kanton wie ein Dorf. Ich würde mich nicht wundern, wenn demnächst eine Volksinitiative zur Form des Essbestecks im künftigen Spitalrestaurant gestartet wird. Wobei ich auch immer betone, Nähe ist nicht schlecht. Man darf sich auch für die täglichen Probleme nicht zu schade sein. Ich freue mich schon jetzt auf die Einweihung und Übergabe des fertiggestellten Spitals, falls ich dann als einfacher "Citoyen" überhaupt noch dazu eingeladen werde. Ich garantiere Ihnen, dramatische tränenreiche Szenen einer nichtexistenten Ehe, wie diezwischen Adolf Ogi und Moritz Leuenberger bei der Eröffnung des Gotthardbasistunnels wird es dannzumal bei mir nicht geben. Bei uns freut man sich einfach gemeinsam und unaufgeregt am Vollbrachten. Heute ist es eine Art "grosse Zwischenfreude".

Wer unbedingt will, kann seine Freude aber auch noch mit einem Selfie mit Rohbau dokumentieren; - als Zeichen dafür, dass er oder sie in der einen oder anderen Funktion das Projekt möglich gemacht, oder mitgewirkt haben. Heute dürfen sich wirklich alle freudig zeigen, dass etwas Tolles am Entstehen ist. Ich danke allen, die bisher daran mitgewirkt haben und weiter mitwirken werden, herzlich für ihr Engagement.