Sterne leuchten

Ansprache an der Preisverleihung des Solothurner Sozialsterns vom 9. November 2016 in Solothurn

Heute wird zum 7. Mal der Solothurner Sozialstern verliehen. Im Kanton Solothurn wird ja jedes Jahr im September auch der Sozialpreis verliehen. Manchmal ist auch der jeweils im Januar verliehene Unternehmerpreis ein Sozialpreis. Dann nämlich, wenn er an eine soziale Institution geht, wie dies im Jahr 2016 mit der Verleihung an das Blumenhaus Buchegg geschehen ist. Der Solothurner Sozialstern ist dabei etwas Besonderes. Er wird an Firmen verliehen, die sich für die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung engagieren. Das ist besonders verdankenswert, weil Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung oft einen grösseren und oft auch einen nicht einfach planbaren Mehraufwand im Umfeld der Firma verursachen. Darum ist es auch nachvollziehbar, dass der Preis nicht einfach Preis, sondern Stern heisst. Sterne leuchten am Himmel. Sie sind, wenn es nicht bewölkt ist, weithin sichtbar. Sterne sind früher auch für die Navigation gebraucht worden. Sie können auch heute noch dazu dienen, wenn der Kompass oder die Elektronik ausfällt. Die Firma, die heute den Preis bekommt, wird also den Menschen, die sich zu Füssen des Sternenhimmels bewegen, den Weg leuchten. Sie wird Vorbild sein.
Am heutigen Tag ist die Verleihung eines solchen Sterns besonders wertvoll. Sie trägt nach dem Morgengrauen, das für einmal nicht im Osten, sondern im wilden Westen begonnen hat, zu einem versöhnlichen Tagesabschluss bei. Sie können auch davon ausgehen, dass sich die Jury jegliche erdenkliche Mühe genommen hat, unter den Nominierten die Preisträgerin oder den Preisträger umsichtig zu bestimmen. Obwohl es natürlich alle verdient hätten. Wer heute triumphiert, über den hat sich die Jury sicher nicht trumpiert.
Ich wünsche Ihnen allen eine schöne und würdige Preisverleihung. Den Organisatorinnen und Organisatoren der Aktionstage psychische Gesundheit danke ich sehr für die vielen Arbeitsstunden und das grosse, immer auch persönliche Engagement, das sie aufgewendet haben, damit all‘ die tollen Anlässe auch in diesem Jahr wieder haben stattfinden können. Der Solothurner Zeitung danke ich für die kritische Berichterstattung zur Verwendung der Lotteriefondsgelder von vorletzter Woche. Sie hat uns für einmal nicht heimgeleuchtet, auch wenn das, was ich mir zwar fast nicht vorstellen kann, womöglich ihre Absicht gewesen wäre. Sie hat damit nämlich einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht, dass sich der Kanton Solothurn mit einem rechten Batzen Geld an deren Finanzierung beteiligt. Für einmal haben wir dies nicht selbst sagen müssen. Es ist nämlich immer etwas peinlich, sich selbst zu rühmen. Tue Gutes und sprich darüber, ist nicht immer so einfach, wie man meint. Dennoch weise ich auch noch darauf hin, dass das Programm in anderen Kantonen mittlerweile fleissig kopiert wird. Die Aktionstage sind so etwas wie ein Vorzeigeprojekt geworden, das mit dieser Preisverleihung auch einen würdigen Abschluss findet. Der Sozialstern leuchtet also quasi im Firmament vieler Lichter, die den Kanton Solothurn jedes Jahr während vierzehn Tagen beleuchten.
Und jetzt bin auch ich gespannt, wer den Sozialstern heute Abend nach Hause trägt.